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Sonntag abends moderiert er das Kulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ in der ARD. Seinen Ausgleich hat der Schweizer Moderator Dieter Moor auf einem Bauernhof im Nordosten Berlins gefunden.
Die Heidi-Falle tut sich etwas unerwartet auf. Das Problem: Es könnte allzu harmonisch nach Alm, Bergwiese und Kuhglocken klingen, wenn man zu beschreiben versuchte, wieso sich der Moderator Dieter Moor seit 15 Jahren als Landwirt betätigt. Denn als 1958 geborenes, „kleines Schweizer Mittelstandskind“, das auf dem Land aufwuchs, spürte Moor einen gewissen Neid auf die Bauernkinder, die durch ihre Arbeit auf den elterlichen Höfen bereits als Kinder Respekt in Form von ehrlichem Schulterklopfen erhielten. „Es klingt ein bisschen plump“, gibt Moor zu, aber was soll man machen?
Der Vernunftsmensch Dieter Moor ist sonst erhaben über jeglichen Verdacht von Ökoromantik, obwohl er der wahrscheinlich bekannteste Landwirt unter Deutschlands Fernsehmoderatoren ist. Zuerst war es nur als Ausgleich zur Moderation seiner Late-Night-Show im Schweizer Fernsehen gedacht, als er und seine Frau Sonja sich einen kleinen, nicht zu bewirtschaftenden Hof bei Zürich zulegten. Als sie aber 2003 nach Berlin zogen, standen sie vor der Frage, was aus den zwei Hunden, vier Eseln, sechs Katzen, den paar Enten und dem Pferd werden sollte. „Bei uns war es wie bei sizilianischen Gastarbeitern: Das Familienoberhaupt geht voraus“, sagt Moor. Nachdem seine Frau den Hof in Hirschfelde am ehemaligen Militärflughafen ausgekundschaftet hatte, zog er nach.
Auf insgesamt 70 Hektar Land begründeten sie das, was Moor die „arschlochfreie Zone“ (www.afz-netz.de) nennt: ein regionales Netzwerk mit lauter Menschen, denen es nicht egal ist, was sie essen und vor allem, wer daran verdient. Später soll eine Stiftung aus dem Netzwerk entstehen. Die Entscheidung, traditionell und nicht industriell Landwirtschaft zu betreiben, fiel ganz leicht, denn nur so sei es möglich, Land langfristig ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Außerdem kann man nur so den Tieren ein gutes Leben ermöglichen, bevor sie geschlachtet werden. Da keine Ackerfrüchte angebaut werden, um die Böden zu schonen, besitzen Moor und seine Frau um die 60 Schafe, deren kleine Hufe gut für das Land sind. Zusätzlich haben sie noch acht Wasserbüffel und elf Galloway-Rinder, die sie in Absprache mit den Naturschutzämtern in Feuchtgebieten weiden lassen, damit die Rinder den Wald säubern.

Nebenbei bekommen sie noch exzellentes Lammfleisch heraus, das es aber noch nirgendwo zu kaufen gibt und von dem sie und ein paar Freunde selber essen.
Das sollte nicht als Wunsch verstanden werden, ein paar Jahre länger zu leben, da man sich jetzt gesund ernähre, sondern als Entscheidung gegen große Lebensmittelkonzerne, die Fertiggerichte herstellen, oder der Industrie, die etwa Futtermittel herstellt: „Das war früher nicht so, und das sollte auch heute nicht so sein“, sagt Moor.
Die Frage, die dem ganzen Betrieb für Moor zugrunde liegt, lautet: „In was für einer Welt wollen wir in 50 Jahren leben?“ Moor hat seine Antwort gefunden. Es ist eine Welt, in der Vernunft regiert, in der die Bauern keine Böden vergewaltigen, und keine Konzerne Geld mit Lebensmitteln verdienen. Das hört sich vielleicht wieder nach einer modernen Heidi an, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass selbst den Anfängen von Vernunftsmenschen wie Dieter Moor häufig ein romantisches Ideal vorausgeht.
Mehr zu Biobauern hier.
Vor dem Dreckdetektor-Blick meiner Mutter habe ich Angst. Wenn sie ihren Besuch ankündigt, kann ich noch so lange putzen, irgendwas fällt ihr immer auf. Geht sie zur Toilette, inspiziert sie jede Ecke im Bad. Vor allem seit sie weiß, dass ich von Chemiekeulen auf ihr unbekannte, umweltfreundliche Reiniger umgestiegen bin. Ein Vertrauensbruch, denn laut Studien orientieren sich die Kinder in Sachen Sauberkeit an den Gewohnheiten der Mutter. Wer dagegen rebelliert, hat sich die Folgen selbst zuzuschreiben, siehe oben. Aber fangen nicht fast alle Revolutionen mit kleinen Dingen an?
Im Fall der Bakterien sogar mit mikroskopisch kleinen. Denn seit der Entdeckung der Bakterien Ende des 19. Jahrhunderts, wurde Schmutz mit Krankheitserregern gleichgesetzt. Friede war nur in einem keimfreien Haushalt möglich und den Weg dahin bahnte man sich mit einem Haufen Chemie. Ich kenne Leute, die finden ihre Putzarbeit nur gelungen, wenn sie nach getaner Arbeit die Fenster öffnen müssen, um die beißenden Dämpfe rauszulassen.
Dass so viele aggressive Mittelchen auf den Markt gebracht wurden, liegt auch an unser aller Unlust auf Schrubben, Scheuern und Co – von Industrie und Werbung geschickt bedient mit immer neuen „Ultra-Konzentraten mit 5fach-Power“. Badezimmer klinisch sauber in zwei Minuten? Her damit! Dabei leben doch die meisten in einem Haushalt und nicht auf der Intensivstation. Je konzentrierter das Mittelchen, desto weniger Arbeit für uns, aber umso mehr Stress für die Umwelt. Denn keiner der bequemen Supersaubermacher löst sich nach der Anwendung in Luft auf.
Lesen sie hier mehr.
Ich bin ein Papierschwein, beruflich und privat. Vorhin haben mich meine
Kollegen wieder ertappt: Ich wollte mir eine Notiz machen, habe mich
verschrieben, den Satzanfang durchgestrichen. Nur statt auf dem gleichen
Blatt wieder neu anzufangen, habe ich das Blatt zerknüllt, weggeschmissen
und ein neues genommen. Gäbe es eine Top-Ten meiner Ökosünden, wäre extrem
hoher Papierverbrauch bei mir ganz weit vorn.
Dass wir vom papierlosen Büro so weit entfernt sind wie nie, gehört ja zum
bekannten Allgemeingut. Aber als meine aufmerksamen Utopia-Kollegen mir dann
direkt die Pro-Kopf-Zahlen vorgelesen haben, war ich geschockt. Ganze 235
Kilo Papier im Jahr oder zirka 650 Gramm pro Tag verbraucht jeder Deutsche
mal eben so. Jeder fünfte Baum, der gefällt wird, wird zu Papier verarbeitet
– dabei ist Lesen im Schatten eines Baumes doch am schönsten.
Neugierig habe ich gleich meine persönliche „Tagesdosis“ auf die Küchenwaage
gelegt: die Tageszeitung (ohne Beilagen): 450 Gramm, dazu zwei Bücher, die ich mir heute gekauft habe: ein Taschenbuch (300 Gramm) und Leo Hickman „Und tschüss“ (600 g), macht zusammen 900 Gramm, plus ein internationales Magazin: 750 Gramm. Macht eine Tagesbilanz von insgesamt 2,1 Kilogramm Papier. 
Dazu kommt tägliches „Arbeitspapier“: Texte, die ich zum Korrekturlesen
ausdrucke, Artikel für Recherchezwecke. Greenpeace hat mal ausgerechnet,
dass ein deutsches Kind im ersten Lebensjahr schon so viel Papier verbraucht
hat wie ein Inder in 50 Jahren. Um leuchtend weißes Papier aus so genannter
„Primär“- oder „Frischfaser“ herzustellen, müssen Millionen von Bäumen dran
glauben. Die Papierindustrie gehört außerdem zu den fünfgrößten
Energieverbrauchern der Welt. 80 Prozent des Papiers, das wir hier in Deutschland
benutzen, wird importiert – hauptsächlich aus Schweden und Finnland (die
beide viel Rohholz in den Urwäldern von Russland schlagen) und aus
Brasilien.
Ich traue mich gar nicht hochzurechnen, wie viel Regenwald allein für meine
Leselust gerodet wurde. Sicher ist, das muss anders werden – und dieses
Anders sollte im Idealfall aus Recyclingpapier sein. Wie bei Frau Rowling zu
Beispiel. Die besteht seit einiger Zeit darauf, dass jeder Harry Potter-Band
auf 100 Prozent umweltfreundliches Papier gedruckt wird. Pro einer Million Bücher
dürfen so 30.000 Bäume stehen bleiben. Bei der bisher weltweit verkauften
Auflage von 325 Millionen Stück ist das ein ganz ansehnliches Wäldchen. Nach
dem Kriterium „Recyclingpapier“ habe ich zwar noch nie Bücher und Zeitungen
ausgesucht, aber einen Versuch ist es wert.
Die Vorteile von Recyclingpapier und könnt hier nachlesen.



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