You are currently browsing the daily archive for Juni 16th, 2008.
Als ich jetzt aus Urlaub zurückkam, war der Kühlschrank extrem übersichtlich und mein Portemonnaie auch. Also bin ich zum Aldi und habe mich dort mit Obst und Gemüse mit dem sechseckigen Bio-Siegel eingedeckt. Beim Kochen beiße ich gewohnheitsmäßig in die erste Karotte, die ich schäle und denke mir: Schmeckt aber nicht so süß wie die vom Markt. Da blinkte es wieder, das Pop-up-Feld im Hirn: Kann denn Bio billig sein? Gibt’s überhaupt gutes und schlechtes Bio, erste und zweite Klasse? Ist Discounter-Bio besser als gar keins zu kaufen? Ehrlich gesagt habe ich darauf noch keine endgültige Antwort gefunden.
Hinter dem billigen Bio lauert auch das „Zauberlehrling“-Syndrom: die Angst, der Geister, die man gerufen hat, nicht mehr Herr zu werden. Preisdumping und der Verlust der Glaubwürdigkeit, zum Beispiel wenn Qualitätsstandards aufgeweicht werden. Oder durch schwarze Schafe und längere Transportwege, weil nicht genug Bioware lokal verfügbar ist und mit steigenden Lebensmittelkilometern auch die Ökobilanz immer mehr versaut wird. Schon heute ist es beispielsweise so, dass Bio-Eier nicht gleich Bio-Eier sind. Bei Eiern mit dem sechseckigen Bio-Siegel muss das Futter für die Hühner nicht zu 100 Prozent bio sein, bei einem Ei mit Demeter-Siegel schon. Genau hier sitzen die Bioläden am Premium-Hebel, wenn sie Produkte verkaufen, die höhere Standards als das Biosiegel erfüllen.

Dass immer mehr Biogemüse aus dem Ausland herangekarrt werden muss, ist vor allem einigen kurzsichtigen Politikern zu verdanken (haben vielleicht zu wenig Bio-Möhren abgekriegt?). Dank ihnen stellen weniger Bauern auf Bio um, weil die Subventionen für die zirka vier Jahre dauernde Umstellung gestrichen wurde. Da die Ernten von Biobauern aber kleiner als von konventionellen ausfallen und sie in der Umstellungsphase ihre Produkte nicht als 100 Prozent bio verkaufen dürfen, kann sich das kaum einer leisten. Extrem schade, denn deutsche Bioprodukte werden so noch weniger. Und spätestens wenn ab 1. Januar 2009 das deutsche sechseckige Biosiegel den europäischen Standards angepasst ist, die deutlich niedriger als die bisher geltenden sind, wird auch Zwei-Klassen-Bio nicht mehr nur gefühlt, sondern ziemlich echt da sein.
Irgendwann gibt’s vielleicht nur noch teures Elite-Bio oder gar keins – ein Horror! Darum: Bioprodukte zu kaufen ist immer die richtige Entscheidung. Besser bio als konventionell. Besser regional vom Markt oder Bioladen. Und besser vom Discounter als gar nicht.
Beim Thema Mülltrennung resigniert der eine oder andere sicherlich. Bananenschalen, Zeitungen und Jogurtbecher entsorgt man vielleicht noch Müllgerecht, Klebstoff oder Kugelschreiber bereiten einem schon mehr Probleme. Wir geben euch eine Übersicht, damit ihr euren Müll richtig entsorgen könnt.
Alu-Schüssel vom Imbiss um die Ecke: Aluminium – gehört (gesäubert) in den Gelben Sack.
Äpfel: Lebensmittel – gehören in die Biotonne.
Bleistiftstummel: Holz, Graphit, Ton – Restmüll. Aber: Unlackierte Bleistifte ohne Radiergummiteil können gefahrlos verbrannt oder auch kompostiert werden.
Büroklammern: Verkupferter oder verzinkter Eisendraht (Metalllegierung) – gehört in den Gelben Sack. Kann aber auch beim Schrotthändler zum Alteisen.

CD-Roms: Verbindung aus Kunststoff und Aluminium – Plastikhülle und die CD-Rom in den gelben Sack (die Wertstofftonne), besser: sammeln und in die CD-Verwertung, nur dann entstehen daraus wieder neue CDs, das Booklet ins Altpapier
Flaschendeckel, oder Deckel vom Gurkenglas: Aluminium oder Eisenblech mit Kunststoffdichtung innen – gehört in den Gelben Sack.
Heftklammern: Verkupferter oder verzinkter Stahl – gehört in den Gelben Sack, oder in die Eisensammlung.
Joghurtdeckel: Aluminium – gehört in den Gelben Sack.
Kugelschreiber: Kunststoffe, Metalle – die Mine kommt in den Restmüll, eine Metallmine kann auch zur Buntmetallsammlung, Plastikteile und Metalle (Metallspirale etc.) voneinander getrennt in den Gelben Sack.
Klebstoff: Kunststoffe, Chemikalien – ist der Kleber gehärtet, kann er in die Restmülltonne. Flüssiger Klebstoff gehört in die Schadstoffentsorgung (in vielen Kommunen gibt es mobile Schadstoffannahmen „Giftmobil“, „Umweltbus“). Umweltfreundliche Klebstoffe lassen sich auch selbst herstellen, etwa auf Stärke- oder Kalk-Kaseinbasis.
Teebeutel: Lebensmittel – gehört in die Biotonne. Im Einzelfall die kleine Metallklammer entfernen, die Beutel und Schnur verbindet.
Textmarker: Kunststoffe, Farbreste – Restmüll.
Schaut euch hier weitere Entsorgungstipps an.
Grüner wohnen – und schöner. Wir stellen Euch Architekten aus der Utopia-Community vor.
Matthias Bjørnsen, München

Matthias Bjørnsen würde sich nicht als grünen Architekten bezeichnen. „Sagen wir lieber umfassend planender Architekt“. Beim Bauen ist die Planungsphase das Entscheidende.“ Das klingt jetzt eigentlich selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei vielen Neubauten, sagt Björnsen, wird immer noch Potenzial verschenkt. Auf die Planung kommt es an. Seine erste nachhaltige Planung bezog sich auf ein Großbauprojekt. Ein Bürohaus, bei dem die Frage gestellt wurde, wie man bestmöglich Energie einsparen könnte. Die vielen kleinen Lösungen erschienen einfach, und sind doch bis heute immer noch viel zu selten Standard: Eine natürliche Luftzirkulation durch Aufwindtürme zum Beispiel oder ein einfacher Universalschalter für die Lichtanlage. „Man macht dann wirklich immer alle Lichter aus, wenn man das Haus verlässt und spart damit eine Menge Energie ein.“
Nach der Geburt seines Sohnes hat sich Matthias Bjørnsen aus der Agenturarbeit zurückgezogen und sich einem ganz anderen privaten Projekt gewidmet: dem Bau des eigenen Hauses. Kein reinrassiges Passivhaus, wie Bjørnsen sagt, da die Familie auf schöne Details wie minimierte Decken- und Wandstärken, rahmenlose Fenster und größere Glasflächen auch nach Norden hin nicht verzichten wollten. Dennoch erfüllt das Haus den kfW 40 Standard. Das heißt, der Gesamtprimärenergieverbrauch liegt bei weniger als 40 kWh/qm und Jahr. Das funktioniert unter anderem dank einer CO2-minimierten Komfortzusatzheizung mit Holzpellets. Neben der Architektur gestaltet Matthias Bjørnsen mittlerweile auch Möbel. Noch nicht alles so nachhaltig, wie er sich das wünscht. Es reicht jedoch für Holz aus regionalem Anbau und ökologisch korrekten Lacken. Am Rest arbeitet er noch.
Matthias Bjørnsens Utopia Profil
http://matthiasbjoernsen.net
Lies hier mehr über weitere Architekten.



Neueste Kommentare