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Ein „Ohne Gentechnik“-Siegel wird bald auf vielen Lebensmitteln aus tierischer Produktion prangen. Doch ganz gentechnikfrei geht es im konventionellen Lebensmittelsektor anscheinend gar nicht. Ist die geplante Kennzeichnung also Verbrauchertäuschung? Utopia sprach mit Jutta Jaksche, Referentin für agrar- und ernährungspolitische Grundsatzfragen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Utopia: Frau Jaksche, der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die die Neuartige Lebensmittelverordnung begrüßt. Dabei kann man doch gar nicht sicher sein, dass so gekennzeichnete Lebensmittel wirklich zu 100 Prozent gentechnikfrei sind – warum also die Freude?

Jutta Jaksche: Die Verbraucher bekommen mit der neuen nationalen Verordnung zu Neuartigen Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten (NLV) mehr Wahlfreiheit. Was allerdings als gentechnikfrei bezeichnet werden kann ist eine Vereinbarungssache. Das ist in Österreich schon so, dort werden inzwischen rund 400 Produkte mit „gentechnikfrei erzeugt“ versehen. In Österreich haben sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen, darunter die Verbraucherschützer, die Landwirte und die Industrie zusammengesetzt und eine freiwillige Leitlinie vereinbart. In Deutschland wird dazu eine Verordnung überarbeitet. Darin geht es um die Auslobung des Begriffes: „ohne Gentechnik“. Wir begrüßen diese Novellierung, denn Verbraucher haben nichts von strengen Regeln, wenn sie kein Mensch anwenden kann und sie nicht zu Produkten führt, die sie in den Regalen finden.

Jutta Jaksche zu Gentechnik im SupermarktGibt es von Ihrer Seite noch weiter gehende Forderungen?

Wir halten alle bisherigen Regelungen zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) für erklärungsbedürftig, dies betrifft auch die europäische Regelung zum Zulassungsverfahren genetisch veränderter Lebens- und Futtermittel. Daher fordern wir Verbraucherverbände eine Aufklärungskampagne seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschat und Verbraucherschutz über die Inhalte der Kennzeichnungssysteme und über die Qualitäten der auf dem Markt befindlichen Produkte. Es geht nämlich auch darum, die unterschiedlichen Einsatzbereiche im Konsumbereich darzustellen und ergänzend zu erläutern, wie bundesdeutsche und europäische Institutionen die Risikowahrnehmung und Risikobeurteilung vornehmen. Zusätzlich müssen wir uns aber überlegen, wie auch in Deutschland eine gemeinsame Plattform von Wirtschaft (Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel), Behörden und Verbraucherverbänden geschaffen werden kann, um die Produktionslinien von Lebensmitteln, bei denen gentechnisch veränderte Organismen zum Einsatz kamen, bzw. nicht zum Einsatz kamen, gezielt bekannt zu machen. Die Österreicher sind dabei ein gutes Vorbild.

Was kann ich als Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik in der Lebensmittelindustrie eigentlich ausrichten?

Durch die geplante Kennzeichnung können Verbraucher in Zukunft Einfluss auf die Erzeugung von nicht gentechnisch veränderten Futterpflanzen geltend machen. Sie schaffen mit ihrer Nachfrage einen Markt und haben damit konkret Einfluss darauf, was auf dem Acker passiert. Es wird damit wirtschaftlich interessant werden für Landwirte und für die Futtermittelerzeuger, auf Gentech-Futter zu verzichten.

Mehr zum Interview hier.

Kennt jemand den Ort, in dem „Stromberg“ Christoph Maria Herbst eine Banklehre gemacht hat? Dessen einziger Berg „Monte Schlacko“ heißt? Das ist meine Heimatstadt Dinslaken.

Am Niederrhein zwischen Wesel und Duisburg gelegen und umzingelt von Schachtanlagen, Schwerindustrie, Thyssen, Kohle- und Ex-Atomkraftwerken. Von meiner Verwandtschaft weiß ich, dass im Nachbarort gerade etwas Neues gebaut wird. Ein gigantischer grauer Kühlturm. Mit 181 Metern mal eben 14 Meter höher als der Kölner Dom.

Mit diesem Neubau verschönert der Konzern Evonik den Ausblick von tausenden von Reihenhausbesitzern und erweitert für 800 Millionen Euro das Kohlekraftwerk Walsum. Ein Energie-Dinosaurier, der den ersten Platz von NRW als Bundesland mit dem höchsten CO2-Ausstoß zementiert und in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets nur möglich ist, weil er juristisch als Erweiterung einer bereits bestehenden Anlage gilt (Honi soit qui mal y pense).
Da ich auf solche und ähnliche Traumaussichten in Zukunft liebend gerne verzichte, bin ich im letzten Jahr auf Ökostrom umgestiegen. Kann man bei Bedarf auch prima mit angeben und sich mit fast null Aufwand zum Alpha-Öko mausern. Denn laut Öko-Institut ist das der effektivste Beitrag zum Klimaschutz, den man im persönlichen Bereich leisten kann. Mit minimalem Aufwand spart man als Single-Haushalt so eine Tonne CO2 ein, mit zwei Personen sogar 1,5 Tonnen.

Ökostrom Illustration Kolumne jetzt.de Utopia

Um seine vier Wände mit sauberem Strom zu versorgen, muss man einmal den Zähler ablesen und seine Adresse angeben, fertig. Man muss sich auch nicht durch Berge von Angeboten wühlen und x-mal Vergleiche anstellen. Denn der Markt für echten Ökostrom, das heißt von 100 Prozent atomstromfreien Anbietern, umfasst nur wenige Anbieter wie Greenpeace Energy und EWS Schönau. Beide liefern 100-prozentigen Öko-Strom, investieren in Neuanlagen für regenerativen Strom und sind weitgehend unabhängig von den großen Stromkonzernen. Es gibt auch Lichtblick und Naturstrom, die jedoch auch in Österreich Strom aus Wasserkraftwerken dazukaufen, an denen wiederum der Konzern EnBW beteiligt ist. Manchmal gut zu wissen.

Hier weiterlesen.

Neulich ist meine Lieblingsjeans gerissen, Alterschwäche. Ich hatte schon mehrere „Rettungsnähte“ angebracht, aber jetzt war sie hin. Während ich noch trauerte, lief im Kopf schon mein persönliches Horrorszenario „Hilfe-ich-muss-eine-neue-Jeans-kaufen“ ab. Denn ist der Schnitt gut, gibt’s die Größe nicht mehr. Stimmt die Größe, sind Farbe oder Schnitt komisch. Ist die Farbe gut, passt der Schnitt nicht und so weiter. Ich hasse es.

Dieses Mal würde es mich sogar noch härter treffen, denn ich ö-korrigierte den Satz zu „Ich-muss-mir-eine-Öko-Jeans-kaufen!“ Seit ich mich mit nachhaltigem Lifestyle und strategischem Konsum beschäftige, weiß ich etwas mehr über „normale“ Jeans. Denn Jeans sind vielleicht die durstigsten Hosen überhaupt und mit einer Produktionsreise von zirka 19.000 Kilometern nicht selten in mehr Länder gelangt als der spätere Besitzer. Um eine (!) Jeans herzustellen, braucht man bis zu 40.000 Liter Süßwasser. Und damit das hochsensible Baumwollpflänzchen je zum fertigen Stoff wird, werden Unmengen von Chemiecocktails eingesetzt, die das Grundwasser vergiften – sogar dann, wenn die Pflanzen durch Genmanipulation gegen Ungezieferbefall und Co. resistent sein sollten.

Biobaumwolle macht schon hier einen großen Unterschied für die Umwelt und auch für die Menschen, die diese ungiftige Baumwolle anbauen. Der Wassereinsatz ist zwar nur geringfügig niedriger, aber da keine Pestizide eingesetzt werden dürfen, gibt es kaum Grundwasserverschmutzung und im fertigen Stoff sind auch keine üblen „Reststoffe“ mehr enthalten. Bio-Baumwolle wird auch nie in Monokulturen angebaut, sondern immer in Mischkulturen. Denn das Perfide beim Monokulturanbau ist, dass der Boden davon ausgelaugt wird und für die nächste Anpflanzung erst wieder mit neuen Chemiekeulen aufgepeppt werden muss.

Apropos Chemie. Wenn Jeans Schildchen wie „Easy-Wash“ oder „pflegeleicht“ haben, heißt das, das Kunstharzfasern in den Jeansstoff eingelagert wurden, damit sie nicht verkrumpeln oder einlaufen. Diese Harze können aber Formaldehyd enthalten, das beim Bügeln oder wenn man schwitzt freigesetzt wird und in die Haut gelangen kann. Dieser Gedanke behagt nicht jedem.
Aus Umweltsicht sind übrigens dunkle Jeans am besten. Denn für den verwaschenen Used-Look wird der Stoff bei enormem Wassereinsatz mit Laugen, manchmal sogar chlorhaltigen Bleichmitteln behandelt.

Mehr über Jeans aus Organic Cotton hier.

 

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