Die vermehrte Nutzung von Anbauflächen für Nutzpflanzen hat laut eines geheimen Berichtes der Weltbank doch wesentlich dramatischeren Einfluss auf die exorbitante Entwicklung der Lebensmittelpreise als bisher angenommen. Wie der britische Guardian heute enthüllt, sollen die Preissteigerungen bei Lebensmittel zu 75 Prozent durch die Biosprit-Produktion verursacht worden sein.
Diese Zahl steht im krassen Gegensatz zu der Aussage der US-Regierung wonach Pflanzen-Diesel nur zu 3% zu den Preissteigerungen bei Lebensmittel geführt hätten. Höhere Funktionäre vermuten denn auch, dass der Report bislang zurückgehalten wurde, um einen politischen Eklat mit dem Weissen Haus zu vermeiden.
Das wird interessant, nächste Woche, wenn die G8 in Hokkaido, Japan, zusammentrifft.



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Juli 4, 2008 um 8:14
Umgebungsgedanken » Blog Archiv » Sonne ohne Lobby
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Juli 4, 2008 um 1:44
kiki
Eine so exorbitante Preissteigerung bei Lebensmittels durch Biofuels hätte ich nie für möglich gehalten. Sehr interessanter Hinweis von Dir, lieber Martin Brem.
Juli 8, 2008 um 7:45
energiepass
Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Thema…allerdings nicht nur im Bereich Biokraftstoffe…sondern auch der Biogas- und Biomassenutzung.
Ich persönlich glaube nicht an die geschilderte Rolle des Biofuels.
Das mag regionalen Einfluss haben…aber keinen globalen.
In Europa z.B. ist der Antei der Ackerflächen, auf denen tatsächlich Energiepflanzenanbau betrieben wird, noch sehr gering (und teilt sich natürlich noch in den Anbau für Biofuels, Biogaserzeugung, Biomasseheizung).
Das derzeit zu erzielende flächenbezogene Erlösniveau in der Landwirtschaft liegt für die Lebensmittelproduktion jetzt schon deutlich höher, als mit energetischer Nutzung (Kraftstoff, EEG-Verstromung) zu erzielen ist. Dies hat letztlich auch zur Novellierung des EEG geführt, ohne die wahrscheinlich noch mehr Biogasanlagen etc. hätten stillgelegt werden müssen.
Mal zum Vergleich: Vor hundert Jahren wurden min. 20 Prozent der Ackerbaufläche nur für den Anbau biogener Kraftstoffe genutzt…. das war dann meist Hafer.