Ich hatte das große Vergnügen bei einer Verbraucherschutz-Tagung Herrn Wolfgang Ullrich kennenzulernen. Ullrich, Autor des Buches „Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur?“ ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er hielt einen formidablen Vortrag zum Thema ’ „Gewissen ist geil“ – Konsumkultur und Moral ‘ und hatte mit seinem teilweise recht sarkastischen Text die Lacher sofort auf seiner Seite.
Hier eine PDF des ganzen Beitrags.



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Dezember 5, 2008 um 1:02
Jan Schoenmakers
Schöner Vortrag und auch durchaus schlüssige Gedanken, denen ich ein gutes Stück zustimmen kann.
ABER: Psychologie und Soziologie haben gezeigt, dass eine stabile soziale Identität nur durch eine Dynamik aus Inklusion (was sind „wir“, wer bin „ich“, wer/was gehört dazu?) und Exklusion (wer sind die „anderen“, warum gehören sie nicht dazu?) entsteht. Das Plädoyer, nicht an den Wunsch, sich abzuheben, zu appellieren um umweltbewussten Konsum attraktiver zu machen, erscheint mir daher kurzsichtig. Das allgemeine „wir Menschen müssten aber“ hat seit den 70ern außer in Subkulturen recht wenig gebracht.
UND: „Marken, die ein „wir“-Gefühl fördern“ werden gefordert…doch wer ist das „wir“? Die Peer-Group? Das „Volk“? Die Menschheit? Und worin genau würde sich die Marketingkommunikation solcher Marken von Alnatura, American Apparel und Co. unterscheiden?
Ausgerechnet im entscheidenden Schlussplädoyer wird Prof. Ullrich unscharf, vage – und damit nichtssagend.