Hätte Jesus Hemmungen gehabt, seine Mitmenschen von seinen Ideen zu überzeugen, dann wäre die Bibel heute erheblich dünner. Jan Abele ist zwar kein Religionsstifter, aber da Biolebensmittel, Umweltschutz und Fairer Handel für viele seiner Freunde immer noch Randvokabeln sind, fängt er heute an mit seiner Mission.

Sie haben auch schon versucht, Freunde oder Bekannte vom Umweltschutz zu erzählen und sind nur auf taube Ohren gest0ßen? Das soll sich nun ändern.

Erster Schritt: Von Politikern lernen.
Nicht die Kirche hat das Missionieren perfektioniert, sondern die Politik. Wer als Politiker erfolgreich sein will, darf keine Skrupel haben, jedem ungefragt die eigene Meinung aufzuzwingen. Dabei muss er Demütigungen ertragen, und zwar am laufenden Band, und trotzdem erhobenen Hauptes an der nächsten Haustür klingeln oder dem nächsten Passanten auf dem Wochenmarkt lächelnd eine Rose zustecken. Um so etwas zu überstehen, braucht es eine antrainierte Grundhaltung à la „Du stehst auf der Seite der Guten, du bist der moralische Sieger.“ Ein Politiker weiß, dass er Recht hat. Weil er weiß, dass er in der richtigen Partei ist.
Mein erstes Mal geht dann allerdings schief, obwohl auch ich weiß, dass ich in der richtigen Partei bin. Auf seiner Hochzeitsfeier versuche ich meinen Freund Frederik, einen selbsternannten Sparfuchs und Discountfan, auf den rechten Weg zu führen. Er macht sich nach meinem Referat über die individuelle Schuld des Discounterkunden an den Gammelfleischskandalen aber ziemlich schnell dünne. Ich fühle mich plötzlich wie der letzte Spießer und entschuldige mich bei ihm, worauf er mich kopfschüttelnd fragt, ob ich ihn vorhin eigentlich veräppeln wollte oder ob ich einfach nur betrunken sei.


Merken: Wer für Nachhaltigkeit wirbt, hat sowieso alle Argumente auf seiner Seite und kann daraus genug Selbstsicherheit schöpfen. Und: Wer das Übel der Welt bekämpfen will, kann kein Spießer sein.

3x mehr Merken:

Merken: Antrainierte Souveränität nützt nichts, wenn der Rahmen nicht stimmt. Und: Frauen sind sowieso die besseren Menschen.

Merken: Konsequenz ist eine Frage der inneren Überzeugung. Und: ein unbekümmertes Wochenende mit einem guten Freund, den man lange nicht gesehen hat, ist manchmal wichtiger als eine Grundsatzdebatte über nachhaltiges Verhalten.

Merken: Erfolgreiches Missionieren funktioniert am besten durch Vormachen und Nachahmen. Überzeugend genug ist man schon, wenn man nur seinen Weg geht. Wer den Zeigefinger dabei ausstreckt, hat bald keine Freunde mehr, die noch zu missionieren wären.

Mehr zur Mission und den Schritten der erfolgreichen Bekehrung gibt es hier.

Sie sind schon zehn Schritte weiter? Hier geht’s zum Fortgeschrittenen-Guide „10 Schritte in ein (noch) besseres Leben“

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