Wenn ich früher bei meiner Großmutter zu Besuch war, hat sie nach dem Essen die Reste oft in Stanniolpapier gepackt. Das sagte sie zumindest. Da sie lange in Österreich gelebt hat, dachte ich immer, Stanniolpapier ist einfach das österreichische Wort für Alufolie. Denn die silberne Folie, die wir zuhause hatten, sah genauso aus wie Omas angebliches Stanniolpapier. Das von ihr benutzte Stanniolpapier war ziemlich sicher gar keines mehr, denn nachdem 1910 in der Schweiz die erste Alufolie hergestellt wurde, war es kaum noch im Handel.


Das ursprüngliche Stanniolpapier wurde aus superdünn gewalztem Zinn hergestellt. Im 17. Jahrhundert hat man es unter anderem zum Belegen von Spiegeln benutzt, später wurden damit Schokoladen, Tabak und Seifen eingewickelt oder Lametta für den Weihnachtsbaum hergestellt. Da Zinn aber teurer als Aluminium ist, wurde das Stanniolpapier in den meisten Bereichen durch Aluminiumfolie ersetzt.
Wahrscheinlich gibt es nur sehr wenige Haushalte, in denen nicht irgendwo eine Rolle Alufolie in der Küchenschublade steckt. Das Loblied auf ihre Vorteile ist lang: Sie ist praktisch, auch weil sie sich jeder Form ohne Protest zart knisternd anpasst. Sie schützt vor Licht, Oxidierung, Feuchtigkeit, Bakterien, hält auch den Wärmeverlust in Grenzen, wenn man warme Speisen darin einpackt und braucht nur ein Minimum an „Packraum“. In die geschmacksneutrale Folie kann man die krummsten Dinge einwickeln, Folienkartoffeln beim Grillen vorm Verbrennen schützen, Pausenbrote und auch stark knoblauchhaltige Abendbrotreste aromadicht verpacken.

So viele gute Eigenschaften und keine Schattenseiten? Natürlich nicht.

Lest mehr über die Schattenseiten und Bezugsquellen von recycleter Alu-Folier hier.

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