Mate Toth ist Mitinhaber der einzigen Bioethanol-Tankstelle in München. Wir haben ihn gefragt, was er zur aktuellen Biosprit-Problematik sagt und wie seine Kunden auf das Thema reagieren. Eigentlich wollten wir auch ein paar Bioethanol-Kunden portraitieren. Leider blieb die Bio-Zapfsäule in den zwei Stunden unseres Besuchs unbenutzt.

Herr Toth, man liest zurzeit überall, dass durch Biosprit die Nahrungsmittelpreise weltweit explodieren, was Ethanol als Kraftstoff schlecht dastehen lässt. Spüren Sie dieses schlechte Image beim Spritverkauf?
Ich bin ein Befürworter alternativer Kraftstoffe und habe die Entscheidung angeregt, Bioethanol anzubieten. Im März 2006 haben wir die Ethanolzapfsäule eingerichtet. Es stimmt, seit der Lebensmittelkrise sprechen mich die Leute vermehrt auf Biosprit an und machen mir zum Teil sogar Vorwürfe, ob ich kein schlechtes Gewissen habe, dass durch mein Angebot Menschen verhungern. Ich finde es gut, wenn Leute mich danach fragen, denn das zeigt, dass sie die Augen aufmachen und sich für das Thema interessieren. Außerdem kann ich ihnen dann auch ein bisschen was über die Hintergründe erklären. Viele Leute haben eine einseitige Meinung und denken, wenn ich Bioethanol verkaufe, schadet das der Welt, aber das stimmt nicht.

Sondern?

Der Biosprit-Anteil am Gesamtverbrauch in Deutschland ist so gering, dass man damit sicher keine gigantischen Mengen Mais oder Reis oder andere Lebensmittelpflanzen in Drittweltländern abgräbt. Viel schlimmer finde ich, dass in der EU die Landwirte dafür belohnt werden, ihre Felder brach liegen zu lassen, um die Preise für Lebensmittel stabil halten zu können. Das ist absurd.

Weiter gehts hier.

Advertisements