Aktionswochen für die Atom-Lobby. Zuerst die Bildzeitung am 19.6.: „Ohne Atomstrom geht’s nicht!“ Dann Pofalla, CDU-Generalsekretär, der am Montag frisch in die Welt hinaus ruft: „AKW ist für uns Öko!“, das alles auf der Grundlage des vom Bundesvorstandes einstimmig durchgewunkenen Beschlusses, auf dass die große Volkspartei doch zutiefst bewahrend und nachhaltig unterwegs wäre (u.a.“Leute! Fahrt Fahrrad!“). Dann schreibt Michael Miersch in der WELT eine unfassbar platte Abhandlung über die Mythen von Tschernobyl und dass das doch alles gar nicht sooo schlimm gewesen wäre. Wir haben Christian Küppers, Experte des Öko-Institus für Nukleartechnik & Anlagensicherheit dazu befragt.

Heute nicht auf Kosten von morgen. So lautet ein Kernsatz in Sachen Nachhaltigkeit. Wie kann man primatengleich immer noch so tun, als gäbe es das UNGELÖSTE Problem der Endlagerung des höchstgiftigen radioaktiven Abfalls einfach nicht?

Sehr schöner Gedanke dazu von Heinrich Kranz hier im Utopia-Forum.

Und Christian Silberhorn schreibt ebenda:

Ich möchte darauf hinweisen, daß unser Staat nicht nur nahezu sämtliche Forschungsausgaben auf dem Gebiet der Atomkraft trägt, sondern auch alle Kosten für die (immer noch nicht gesicherte) Endlagerung.
Viel wichtiger aber: Unser Staat stellt die Betreiber von allen Haftungsrisiken frei! Der Staat übernimmt sämtliche Kosten aus Atomunfällen – auch bei denen in anderen Staaten (siehe Tschernobyl). Zuständige Behörde ist das Bundesverwaltungsamt in Köln.
Müssten die Atomkraftwerksbetreiber die Risiken selber tragen bzw. sich dagegen versichern, dann gäbe es keine Atomkraftnutzung. Die Kraftwerke würden sofort abgeschaltet, von jetzt auf gleich.

Ohne Forschungsaufwendungen, ohne Endlagerkosten und ohne Haftungsriskiken haben sich Atomkraftwerke innerhalb kürzester Zeit (ca. 2 Jahre) amortisiert. Sie sind dann für die Betreiber wahre Gelddruckmaschinen. Angeblich notwendige Laufzeiten von 30 Jahren oder mehr sind der vollständige Blödsinn. Es geht nur um riesige Mengen leicht verdienter Knete. Damit kann man sich dann auch politische Unterstützung einkaufen (Wirtschaftsminister Glos hat schon mal angefangen und die CDU will dies zum Wahlkampfthema machen!). Laßt Euch nicht verarschen!

Anmerkung: Das oben beschriebene, heute noch immer gültige Szenario hat der ehemalige Atomminister Strauß durchgesetzt, der nach seiner Amtszeit als Atomminister in diversen Aufsichtsräten der Betreiber saß. Aus einfachen familiären Verhätnissen stammend, hat dieser Herr, der zeitlebens nur Politiker war, seinen Nachkommen offiziell 90 Millionen DM vererben können. (zum Thread)

Die größte Macht in Sachen Atomausstieg haben wir als Konsumenten selbst in der Hand. Wir können den Ausstieg einfach machen. Jeder Wechsel zu einem der vier großen Ökostromanbieter ist ein politischer Akt gegen die Kernenergie. Ein wenig teurer als die Lockvogel und Biligangebote der Konzerne, aber „preiswert“ in jedem Fall gibt es zu Ökostrom keine Alternative. Hier kann man sofort und einfach wechseln.

Foto: Milla1000/Photocase

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