In Europa gibt es über 50 verschiedene Prädikate, Siegel und Gütezeichen für alle möglichen touristischen Dienstleistungen – von der freiwilligen Selbstverpflichtung, deren Kontrolle nebulös bleibt, bis zum strengen zertifizierten Umwelt- und Sozialstandard, auf den die Reisenden sich verlassen können. Schön wäre es, wenn es endlich ein global gültiges Fair-Label auch für den Tourismus gäbe, das man vor der Buchung berücksichtigen könnte. Fred Grimm schlägt eine Schneise durch den Siegel-Dschungel.

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www.vertraeglich-reisen.de

Vergabe: Das Magazin „Verträglich Reisen“ vergibt dieses Gütezeichen auf Anfrage. Reiseveranstalter oder Unterkünfte können sich bewerben (seit 1990), die Zeitschrift überprüft sporadisch vor Ort, ansonsten telefonisch oder durch Lektüre der Prospekte.

Kriterien: 19 Punkte. Speisen und Getränke sollten so weit wie möglich aus der Region stammen. Mindestens ein Vollwert-Hauptgericht. Das Ziel muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, oder es sollte ein Abholdienst organisiert werden. Beim Heizen wird auf Elektroheizungen verzichtet, Maßnahmen zum Wasser- und Energiesparen, Abfallvermeidung und -trennung. Biologisch abbaubare Putz- und Pflegemittel. In den Gärten – soweit vorhanden – dürfen weder Kunstdünger noch Pestizide verwendet werden.

EU-Blume LogoEuropäisches Umweltzeichen („EU-Blume“)
www.eco-label.com

Vergabe: 1992 entwickeltes Gütesiegel. Vergabe durch die Umweltkommission der Europäischen Union in über 20 verschiedenen Produktgruppen und Dienstleistungen. Die Firmen können sich bewerben und werden dann getestet. Das Siegel gilt für drei bis fünf Jahre und kann dann auf Antrag erneuert werden. Seit 2003 können sich auch Hotels, Pensionen oder Campingplätze zertifizieren lassen.

Kriterien: Bewertung nach Punktesystem, das verschiedene Maßnahmen erfasst – vom Einsatz erneuerbarer Energien (mindestens 22 Prozent), der Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs, Abfallvermeidung bis zur Einrichtung von Nichtraucherbereichen und zur Schulung von Mitarbeitern. Nur wenn die bewerteten touristischen Dienstleistungen in allen Kriterien »punkten«, erhalten sie das EU-Umweltzeichen. Hoher bürokratischer Aufwand, daher kaum vergeben.

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