Soll ich oder soll ich nicht? – So heißt die Serie, in der Redakteurin Anne Henneken alle 14 Tage ein neues Öko-Dilemma unter die Lupe nimmt. Dieses Mal geht es um den Verzehr von Frischfisch-Häppchen und seine Folgen.

‚Sushi für Anfänger’ heißt ein Bestseller der irischen Schriftstellerin Marian Keyes. In dem Frauenroman tröstet sich eine Moderedakteurin nach jeder enttäuschenden Affäre mit Sushi.

Kann man irgendwie verstehen. Denn Sushi ist leicht, aber nicht langweilig. Die asiatischen Häppchen besitzen das richtige Quentchen Sinnlichkeit und passen als ausgewogene Proteinquelle perfekt zum Gesundheitsboom. Doch der Gedanke, Sushi mit Affären zusammenzubringen ist gar nicht so abwegig, wenn man auch eher an Staatsaffären denken sollte. Die beliebten Reis-Fischhappen sind ein gutes Beispiel für die Zusammenhänge von Globalisierung und Umweltzerstörung.

Wer rechnet schon damit, dass er der Fisch in seinen Sushi-Röllchen vielleicht aus illegalen Quellen kommt? Seit die Nachfrage in China, Europa und Amerika wächst, das weltweite Angebot jedoch immer knapper wird, boomt die illegale Fischerei und lässt gefährdete Fischbestände noch weiter schrumpfen. Ausgerechnet einer der beliebtesten Fische für Maki, Nigiri und California Rolls gehört zu den besonders gefährdeten Arten: der Rote Tunfisch. Auf dem Markt wird pro Kilo über 150 Euro gezahlt. Das macht ihn ähnlich lukrativ wie Kaviar und zum begehrten Ziel der illegalen Fischerei. So genannte Piratenfischer melden ihre Fänge nicht, verarbeiten sie gleich an Bord und liefern direkt an Importländer. So stimmt der Profit und sie entgehen lästigen Kontrollen und Steuerzahlungen. Laut WWF stammt ein Drittel des teuren Roten Thunfisches heute aus illegalem Fischfang.

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