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Neulich ist meine Lieblingsjeans gerissen, Alterschwäche. Ich hatte schon mehrere „Rettungsnähte“ angebracht, aber jetzt war sie hin. Während ich noch trauerte, lief im Kopf schon mein persönliches Horrorszenario „Hilfe-ich-muss-eine-neue-Jeans-kaufen“ ab. Denn ist der Schnitt gut, gibt’s die Größe nicht mehr. Stimmt die Größe, sind Farbe oder Schnitt komisch. Ist die Farbe gut, passt der Schnitt nicht und so weiter. Ich hasse es.

Dieses Mal würde es mich sogar noch härter treffen, denn ich ö-korrigierte den Satz zu „Ich-muss-mir-eine-Öko-Jeans-kaufen!“ Seit ich mich mit nachhaltigem Lifestyle und strategischem Konsum beschäftige, weiß ich etwas mehr über „normale“ Jeans. Denn Jeans sind vielleicht die durstigsten Hosen überhaupt und mit einer Produktionsreise von zirka 19.000 Kilometern nicht selten in mehr Länder gelangt als der spätere Besitzer. Um eine (!) Jeans herzustellen, braucht man bis zu 40.000 Liter Süßwasser. Und damit das hochsensible Baumwollpflänzchen je zum fertigen Stoff wird, werden Unmengen von Chemiecocktails eingesetzt, die das Grundwasser vergiften – sogar dann, wenn die Pflanzen durch Genmanipulation gegen Ungezieferbefall und Co. resistent sein sollten.

Biobaumwolle macht schon hier einen großen Unterschied für die Umwelt und auch für die Menschen, die diese ungiftige Baumwolle anbauen. Der Wassereinsatz ist zwar nur geringfügig niedriger, aber da keine Pestizide eingesetzt werden dürfen, gibt es kaum Grundwasserverschmutzung und im fertigen Stoff sind auch keine üblen „Reststoffe“ mehr enthalten. Bio-Baumwolle wird auch nie in Monokulturen angebaut, sondern immer in Mischkulturen. Denn das Perfide beim Monokulturanbau ist, dass der Boden davon ausgelaugt wird und für die nächste Anpflanzung erst wieder mit neuen Chemiekeulen aufgepeppt werden muss.

Apropos Chemie. Wenn Jeans Schildchen wie „Easy-Wash“ oder „pflegeleicht“ haben, heißt das, das Kunstharzfasern in den Jeansstoff eingelagert wurden, damit sie nicht verkrumpeln oder einlaufen. Diese Harze können aber Formaldehyd enthalten, das beim Bügeln oder wenn man schwitzt freigesetzt wird und in die Haut gelangen kann. Dieser Gedanke behagt nicht jedem.
Aus Umweltsicht sind übrigens dunkle Jeans am besten. Denn für den verwaschenen Used-Look wird der Stoff bei enormem Wassereinsatz mit Laugen, manchmal sogar chlorhaltigen Bleichmitteln behandelt.

Mehr über Jeans aus Organic Cotton hier.

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Sie stehen stundenlang an einer Maschine und verrichten eintönige Arbeit. Sie kriegen kaum Geld und werden zu Überstunden gezwungen… Wir verdrängen nur zu gern die Arbeitswirklichkeit derjenigen, die dafür schuften, dass wir uns ständig neue Klamotten und möglichst billig kaufen können. Aber es gibt Alternativen – sogar bequem und günstiger, als man glaubt!

Die Bedingungen unter denen unsere Kleidung hergestellt wird, sind einfach inakzeptabel:

  • „Der Großteil der konventionellen Kleidung wird […] in Ländern wie Indonesien, Philippinen, Mexiko und China. Dort stehen riesige Fabrikhallen ohne Fenster in denen bis zu 50.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 16-18 Stunden für Hungerlöhne unter üblen humanitären Bedingungen arbeiten. Die meisten sind zwischen 14 und 25 Jahre alt. Dort gelten in aller Regel keine Menschenrechts-, Sozial- und Sicherheitsstandards. Z.B. kann es sein, dass sie während eines 16 Stunden Tages nur zweimal auf Toilette dürfen und oft ist es verboten miteinander zu sprechen, manchmal sogar zu lächeln. Manche werden sexuell belästigt und leben in der Angst bei Schwangerschaft, Krankheit oder bei geringsten Verfehlungen gekündigt zu werden.
  • Auf den konventionellen Baumwollfeldern dieser Erde werden ca. 11 Prozent aller weltweit eingesetzten Pestizide und ca. 25 Prozent aller Insektizide versprüht. Zusätzlich wird reichlich mit Kunstdünger gedüngt und somit das Wasser belastet. Es werden ca. 33 Mio. ha (Hektar) Baumwolle konventionell angebaut. Der konventionelle Baumwollanbau gehört zu den größten Umweltverschmutzern und schwere Gesundheitsschäden von Kleinbauern und Feldarbeitern sind an der Tagesordnung […]
  • Diese giftigen Schadstoffe bleiben auch in der Kleidung des Verbrauchers hängen.“

(zitiert nach: http://www.jung-umweltversand.de)

Lange Zeit habe ich geglaubt, dass man kaum eine andere Wahl hätte – denn welcher Laden bietet schon fairgehandelte Hosen und Shirts an? Und schließlich wollte ich nicht übermäßig viel Geld für ein „reines Gewissen“ ausgeben und wollte auch nicht extravagant aussehen, wie so manche öko-fair Klamotten eben ihren eigenen Stil haben. Aber: man kann tatsächlich etwas AKTIV gegen diese Ausbeutung von Mensch und Umwelt tun! Indem man einfach kritisch konsumiert…

Also macht ich mich auf die Suche und wurde tatsächlich im Internet fündig: es gibt ja SOVIELES von dem man nichts geahnt hat. Deswegen möchte ich hier nun ein paar der vielen Fairtrade-OnlineVersandhandel vorstellen:

  • Grundstoff.net — vereinigt mehrere Fairtrade-Marken
  • fairwear.de — fairtrade, organic, streetwear
  • LamuLamu.de
  • fairliebt.com Shirts & Tops mit feschem Design, Modemacher aus Hamburg
  • Glore.de liebevoll zusammengestelltes Angebot

Und ich muss sagen: ich bin SEHR zufrieden mit meinen Erfahrungen… Erstens: es ist gar nicht so teuer wie ich dachte, nein, häufig gleichen sich die Preise sogar fast an. Zweitens: Ich habe Kleidungsstücke hinzugewonnen, die ich nie mehr aus der Hand geben möchte, da sie einfach herrlich zu tragen sind. Drittens: Bei manchen Anbietern erfahre ich direkt etwas aus dem Leben und Arbeiten derjenigen, die meine Hose oder Jacke hergestellt haben – das schafft in mir größere Achtung und Verständis für den umfangreichen Entstehungsprozess eines Kleidungsstückes!

Lest hier mehr über dieses Thema.

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