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Als ich jetzt aus Urlaub zurückkam, war der Kühlschrank extrem übersichtlich und mein Portemonnaie auch. Also bin ich zum Aldi und habe mich dort mit Obst und Gemüse mit dem sechseckigen Bio-Siegel eingedeckt. Beim Kochen beiße ich gewohnheitsmäßig in die erste Karotte, die ich schäle und denke mir: Schmeckt aber nicht so süß wie die vom Markt. Da blinkte es wieder, das Pop-up-Feld im Hirn: Kann denn Bio billig sein? Gibt’s überhaupt gutes und schlechtes Bio, erste und zweite Klasse? Ist Discounter-Bio besser als gar keins zu kaufen? Ehrlich gesagt habe ich darauf noch keine endgültige Antwort gefunden.

Hinter dem billigen Bio lauert auch das „Zauberlehrling“-Syndrom: die Angst, der Geister, die man gerufen hat, nicht mehr Herr zu werden. Preisdumping und der Verlust der Glaubwürdigkeit, zum Beispiel wenn Qualitätsstandards aufgeweicht werden. Oder durch schwarze Schafe und längere Transportwege, weil nicht genug Bioware lokal verfügbar ist und mit steigenden Lebensmittelkilometern auch die Ökobilanz immer mehr versaut wird. Schon heute ist es beispielsweise so, dass Bio-Eier nicht gleich Bio-Eier sind. Bei Eiern mit dem sechseckigen Bio-Siegel muss das Futter für die Hühner nicht zu 100 Prozent bio sein, bei einem Ei mit Demeter-Siegel schon. Genau hier sitzen die Bioläden am Premium-Hebel, wenn sie Produkte verkaufen, die höhere Standards als das Biosiegel erfüllen.

Illustration Korb jetzt.de
Dass immer mehr Biogemüse aus dem Ausland herangekarrt werden muss, ist vor allem einigen kurzsichtigen Politikern zu verdanken (haben vielleicht zu wenig Bio-Möhren abgekriegt?). Dank ihnen stellen weniger Bauern auf Bio um, weil die Subventionen für die zirka vier Jahre dauernde Umstellung gestrichen wurde. Da die Ernten von Biobauern aber kleiner als von konventionellen ausfallen und sie in der Umstellungsphase ihre Produkte nicht als 100 Prozent bio verkaufen dürfen, kann sich das kaum einer leisten. Extrem schade, denn deutsche Bioprodukte werden so noch weniger. Und spätestens wenn ab 1. Januar 2009 das deutsche sechseckige Biosiegel den europäischen Standards angepasst ist, die deutlich niedriger als die bisher geltenden sind, wird auch Zwei-Klassen-Bio nicht mehr nur gefühlt, sondern ziemlich echt da sein.

Irgendwann gibt’s vielleicht nur noch teures Elite-Bio oder gar keins – ein Horror! Darum: Bioprodukte zu kaufen ist immer die richtige Entscheidung. Besser bio als konventionell. Besser regional vom Markt oder Bioladen. Und besser vom Discounter als gar nicht.

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Vor dem Dreckdetektor-Blick meiner Mutter habe ich Angst. Wenn sie ihren Besuch ankündigt, kann ich noch so lange putzen, irgendwas fällt ihr immer auf. Geht sie zur Toilette, inspiziert sie jede Ecke im Bad. Vor allem seit sie weiß, dass ich von Chemiekeulen auf ihr unbekannte, umweltfreundliche Reiniger umgestiegen bin. Ein Vertrauensbruch, denn laut Studien orientieren sich die Kinder in Sachen Sauberkeit an den Gewohnheiten der Mutter. Wer dagegen rebelliert, hat sich die Folgen selbst zuzuschreiben, siehe oben. Aber fangen nicht fast alle Revolutionen mit kleinen Dingen an?

Im Fall der Bakterien sogar mit mikroskopisch kleinen. Denn seit der Entdeckung der Bakterien Ende des 19. Jahrhunderts, wurde Schmutz mit Krankheitserregern gleichgesetzt. Friede war nur in einem keimfreien Haushalt möglich und den Weg dahin bahnte man sich mit einem Haufen Chemie. Ich kenne Leute, die finden ihre Putzarbeit nur gelungen, wenn sie nach getaner Arbeit die Fenster öffnen müssen, um die beißenden Dämpfe rauszulassen.

Dass so viele aggressive Mittelchen auf den Markt gebracht wurden, liegt auch an unser aller Unlust auf Schrubben, Scheuern und Co – von Industrie und Werbung geschickt bedient mit immer neuen „Ultra-Konzentraten mit 5fach-Power“. Badezimmer klinisch sauber in zwei Minuten? Her damit! Dabei leben doch die meisten in einem Haushalt und nicht auf der Intensivstation. Je konzentrierter das Mittelchen, desto weniger Arbeit für uns, aber umso mehr Stress für die Umwelt. Denn keiner der bequemen Supersaubermacher löst sich nach der Anwendung in Luft auf.

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