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„Eine amerikanische Hauskatze frisst im Jahr durchschnittlich genausoviel Rindfleisch wie ein Einwohner Equadors“, sagte Jakob von Uexküll in seiner Rede vor dem Allianz Stiftungsforum letzten Dienstag in Berlin.

Jakob von Uexküll, 62, Stifter des alternativen Nobelpreises und als Gründer und Vorsitzender des „World Future Council“ zugleich Weltbürgermeister, kämpft für eine Erde, „auf der meine Enkel sich nicht vor der Welt ihrer Enkel fürchten müssen.“ Wie fängt man da an, Herr Uexküll? „Indem man aktiv wird, sich für eine nachhaltige Politik engagiert und vor allem selbst nachhaltiger lebt!“ Uexküll kam in den 70er Jahren als Briefmarkenhändler in der Welt herum und zu einigem Wohlstand. Die Eindrücke von Armut und Umweltzerstörung, die er in den Entwicklungsländern bekam, machten ihn zum Aktivisten. Er gründete die „Right Livelihood Foundation“, Stifterin des alternativen Nobelpreis. Mit dem Weltzukunftsrat gründete Uexküll ein prominent besetztes, weltweit vernetztes Gremium, das gesellschaftlichen Druck auf die Staatsregierungen ausüben will. Und wer unlängst Angela Merkel hat davon reden hören, dass „Kein Mensch das Recht hat, dem Klima mehr Schaden zuzufügen als andere“, der könnte meinen, dass Uexküll ihr da etwas ins Ohr geflüstert habe.

Mehr Utopisten, die die Welt bewegen findet ihr hier

Ein „Ohne Gentechnik“-Siegel wird bald auf vielen Lebensmitteln aus tierischer Produktion prangen. Doch ganz gentechnikfrei geht es im konventionellen Lebensmittelsektor anscheinend gar nicht. Ist die geplante Kennzeichnung also Verbrauchertäuschung? Utopia sprach mit Jutta Jaksche, Referentin für agrar- und ernährungspolitische Grundsatzfragen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Utopia: Frau Jaksche, der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die die Neuartige Lebensmittelverordnung begrüßt. Dabei kann man doch gar nicht sicher sein, dass so gekennzeichnete Lebensmittel wirklich zu 100 Prozent gentechnikfrei sind – warum also die Freude?

Jutta Jaksche: Die Verbraucher bekommen mit der neuen nationalen Verordnung zu Neuartigen Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten (NLV) mehr Wahlfreiheit. Was allerdings als gentechnikfrei bezeichnet werden kann ist eine Vereinbarungssache. Das ist in Österreich schon so, dort werden inzwischen rund 400 Produkte mit „gentechnikfrei erzeugt“ versehen. In Österreich haben sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen, darunter die Verbraucherschützer, die Landwirte und die Industrie zusammengesetzt und eine freiwillige Leitlinie vereinbart. In Deutschland wird dazu eine Verordnung überarbeitet. Darin geht es um die Auslobung des Begriffes: „ohne Gentechnik“. Wir begrüßen diese Novellierung, denn Verbraucher haben nichts von strengen Regeln, wenn sie kein Mensch anwenden kann und sie nicht zu Produkten führt, die sie in den Regalen finden.

Jutta Jaksche zu Gentechnik im SupermarktGibt es von Ihrer Seite noch weiter gehende Forderungen?

Wir halten alle bisherigen Regelungen zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) für erklärungsbedürftig, dies betrifft auch die europäische Regelung zum Zulassungsverfahren genetisch veränderter Lebens- und Futtermittel. Daher fordern wir Verbraucherverbände eine Aufklärungskampagne seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschat und Verbraucherschutz über die Inhalte der Kennzeichnungssysteme und über die Qualitäten der auf dem Markt befindlichen Produkte. Es geht nämlich auch darum, die unterschiedlichen Einsatzbereiche im Konsumbereich darzustellen und ergänzend zu erläutern, wie bundesdeutsche und europäische Institutionen die Risikowahrnehmung und Risikobeurteilung vornehmen. Zusätzlich müssen wir uns aber überlegen, wie auch in Deutschland eine gemeinsame Plattform von Wirtschaft (Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel), Behörden und Verbraucherverbänden geschaffen werden kann, um die Produktionslinien von Lebensmitteln, bei denen gentechnisch veränderte Organismen zum Einsatz kamen, bzw. nicht zum Einsatz kamen, gezielt bekannt zu machen. Die Österreicher sind dabei ein gutes Vorbild.

Was kann ich als Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik in der Lebensmittelindustrie eigentlich ausrichten?

Durch die geplante Kennzeichnung können Verbraucher in Zukunft Einfluss auf die Erzeugung von nicht gentechnisch veränderten Futterpflanzen geltend machen. Sie schaffen mit ihrer Nachfrage einen Markt und haben damit konkret Einfluss darauf, was auf dem Acker passiert. Es wird damit wirtschaftlich interessant werden für Landwirte und für die Futtermittelerzeuger, auf Gentech-Futter zu verzichten.

Mehr zum Interview hier.

Den bisweilen an Satire grenzenden Zynismus, dem man täglich an Fleischtheken und Imbissbuden begegnen kann, hat Utopist Colorador um eine weitere Facette erweitert. Seine Fotoserie mit dem Titel „Das Wurstparadies“ hat uns so gut gefallen, dass wir ihn gebeten haben, uns eine Special Edition seiner Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Die Fotostrecke und interessante Fakten zur Frage: Was ist Fleisch findet ihr hier.

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