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Ein Dokumentarfilm, der es in sich hat, leider zur Zeit nur in Frankreich:

http://www.nosenfantsnousaccuseront-lefilm.com/

Auch so ein Dilemma: Ist Fischessen eigentlich noch in Ordnung? „Nein, aber“ könnte man sagen. Denn: Wenn schon Fisch, dann mit Zertifikat.

Fisch ist ein Dauertrend in der „leichten Küche“ und der Gastronomie. Während Sushi vom Yuppie-Häppchen zum japanischen Dönerkonkurrenten aufgestiegen ist, hören wir weiterhin die jahrzehntealte gleiche Leier der Ernährungswissenschaftler, Fisch sei nicht nur schmackhaft, sondern auch besonders gesund, gelten Fische doch als optimale Lieferanten von Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und „guten“ Fettsäuren. Das ist sicherlich nicht falsch, aber was hilft es, wenn die Fischbestände weiter derart schrumpfen, dass die für viele Millionen Menschen wichtigste Eiweißquelle in nicht allzu ferner Zukunft versiegt? Auf Sushi oder auch Pizza Tonno könnte die Menschheit wahrscheinlich verzichten, doch nach Auffassung von Fischereiexperten könnte Meeresfisch schon im Jahr 2050 als Nahrungsquelle komplett ausfallen. Zuvor allerdings wird es wohl die Menschen in den Entwicklungsländern treffen: Schon heute fischen die Flotten der EU vor der Westküste Afrikas den heimischen Fischern die Beute weg.

[Ergänzung dazu vom 22.6.: Die internationale Hilfsorganisation Action Aid warnt in einem neuen Bericht, dass der industrialisierte Fischfang Mangelernährung verschärfe. Link zum Bericht (in englischer Sprache): http://www.actionaid.org/main.aspx?PageID=1114%5D

Das klingt böse und das ist es auch. Finanziert wird das über die Subventionspolitik der EU, also durch die Steuerzahler. Mit Milliardensubventionen wurden die europäischen Fischerboote zu Hightech-Fang- und -Verarbeitungsmaschinen mit ausgesprochen effizienten Suchsystemen aufgerüstet. Die intensive Jagd bis in über 2000 Metern Tiefe sorgt dafür, dass die Fischbestände keine Gelegenheit mehr erhalten, sich zu regenerieren. Noch bevor sie sich fortpflanzen können, landen sie an Bord. Die industrielle Fischerei hat auf diese Weise den Bestand der Speisefische in den Weltmeeren seit 1950 um fast 90 Prozent reduziert.

Nicht nur Umweltverbände, auch die Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen warnt vor der Überfischung der Meere. In ihren Fischereibericht (State of the World Fisheries and Aquaculture) aus dem Jahr 2007 etwa schreibt sie, ein Viertel aller Meeresfisch-Bestände seien in einem bedenklichem Zustand und über die Hälfte der Bestände würden bereits heute derart intensiv genutzt, dass keine Steigerung mehr möglich sei. Die intensiven Fischereimethoden, vor allem die berüchtigten Grundschleppnetze, zerstören darüber hinaus Strukturen der Meeresböden samt ihrer Bewohner, darunter die Fischbrut und deren Nahrungsgrundlage. Neben den gewünschten „Zielfischen“ geraten auch jede Menge unerwünschter Tiere in die Netze oder an die Haken,: Meeressäuger, Schildkröten oder Seevögel. Bis zu zwei Drittel ihres Fangs ziehen die Trawler als „Beifang“ an Bord, der tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen wird oder als Fischmehl in der Tiermast landet. Beim Fang von Scholle und Seezunge im Nordostatlantik werden laut WWF etwa bis zu 80 Prozent der Tiere im Netz „wie nutzloser Müll einfach über Bord geworfen“.

Mehr Infos findet ihr hier.

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