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Es gibt Studien, nach denen ein verantwortlich betriebener Massentourismus in bereits erschlossenen Urlaubsgebieten für die Umwelt nicht schlechter sein muss als der individualisierte Luxus-Ökourlaub. Eine Mallorca-Untersuchung von Thomas Schmitt (Uni Bochum) zum Thema trägt den provokanten Titel „Ballermann war besser“.

Unbestritten ist, dass ein Wandel zum ökologisch bewussten Tourismus nur dann stattfinden kann, wenn sich auch die Großen bewegen. Hier ein Überblick über die Klimaschutz-Aktivitäten und das soziale Engagement ausgewählter umsatzstarker Reiseanbieter.

Bergpanorama Wiese HausKlassische Reiseveranstalter

TUI
TUI ist die Nummer eins unter den deutschen Reiseunternehmen. Zur TUI-Gruppe gehören Airtours, Discount Travel, Eins-Zwei-Fly, Hapagfly, und Wolters.
Die TUI ist eines der Gründungsmitglieder von ecosense, einer Initiative deutscher Wirtschaftsunternehmen, die sich zu einer nachhaltigen Geschäftsstrategie bekennen. Der – freiwillige und nicht kontrollierte – Verpflichtungskatalog umfasst das Bekenntnis zum schonenden Einsatz von Ressourcen und zur Transparenz.
Als größter Anbieter von Flugreisen fallen die größten Umweltprobleme des TUI-Geschäfts im Luftverkehr an. Anfang 2005 bestellte die Konzerntochter Hapagfly zehn neue Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 mit einem Kerosinverbrauch von 2,1 Liter pro 100 km/Sitzplatz. Das Durchschnittsalter der Maschinen liegt bei sechs Jahren. Allerdings steigt der von TUI verursachte, brav im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht ausgewiesene CO2-Ausstoß stetig an. Zwei Drittel aller TUI-Hotels decken ihren Energiebedarf bis zu 40 Prozent aus erneuerbaren Energien. 27 seiner Hotelanlagen stuft das Unternehmen als »Eco-Resort« ein. Die TUI unterstützt zahlreiche Organisationen mit Spenden – von der Papageienzucht auf Teneriffa bis zu einem Schutzverband für Meeresschildkröten in Mexiko.
www.tui-group.com

Thomas Cook
Das Reiseunternehmen ist die Nummer zwei in Deutschland. Zu Thomas Cook gehören Aldiana, Bucher, Condor, Neckermann. Thomas Cook
investiert in moderne Flugzeugflotten mit vergleichbar günstigen Verbrauchs- und Lärmeigenschaften. An Bord wird der Müll getrennt, 50 Prozent werden wiederverwertet. Auf Mallorca Vorzeigeprojekt mit der Iberostar-Hotelkette, die besonders strenge Umweltschutz-Kriterien einhält. Mitarbeiter der Thomas-Cook-Tochter NUR gründeten 1978 den Verein „Kinder in Not“, ein Patenschaftssystem zur Unterstützung bedürftiger Kinder in der Dritten Welt.
www.thomascook.de

Rewe Touristik

Zur Nummer drei in Deutschland gehören ADAC Reisen, Dertour, IST, Jahn, LTU, Meiers Weltreisen, Tjaereborg.
Mitglied in der weltweiten Reiseveranstalter-Initiative für »nachhaltige Tourismus-Entwicklung« (TOI). Partnerschaft mit der UNESCO, die weltweit über 750 Kulturstätten und Landschaften unter besonderen Schutz gestellt hat. Die Partnerschaft erstreckt sich auf die Orte, die auch in den Reiseangeboten enthalten sind. Im März 2005 Gründung des internationalen Vereins „Code of Conduct for the Protection of Children from Sexual Exploitation in Travel and Tourism“ zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung durch Urlauber. Die Vertragshotels etwa von Dertour werden angehalten, vor Ort gegen Kinderprostitution vorzugehen.
Schulungsmaterial, Schulungen vor Ort gegen Kindersextouristen.
www.rewe-group.com

Lest mehr zum Thema richtig reisen.

In Europa gibt es über 50 verschiedene Prädikate, Siegel und Gütezeichen für alle möglichen touristischen Dienstleistungen – von der freiwilligen Selbstverpflichtung, deren Kontrolle nebulös bleibt, bis zum strengen zertifizierten Umwelt- und Sozialstandard, auf den die Reisenden sich verlassen können. Schön wäre es, wenn es endlich ein global gültiges Fair-Label auch für den Tourismus gäbe, das man vor der Buchung berücksichtigen könnte. Fred Grimm schlägt eine Schneise durch den Siegel-Dschungel.

Blaue Schwalbe LogoDie Blaue Schwalbe
www.vertraeglich-reisen.de

Vergabe: Das Magazin „Verträglich Reisen“ vergibt dieses Gütezeichen auf Anfrage. Reiseveranstalter oder Unterkünfte können sich bewerben (seit 1990), die Zeitschrift überprüft sporadisch vor Ort, ansonsten telefonisch oder durch Lektüre der Prospekte.

Kriterien: 19 Punkte. Speisen und Getränke sollten so weit wie möglich aus der Region stammen. Mindestens ein Vollwert-Hauptgericht. Das Ziel muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, oder es sollte ein Abholdienst organisiert werden. Beim Heizen wird auf Elektroheizungen verzichtet, Maßnahmen zum Wasser- und Energiesparen, Abfallvermeidung und -trennung. Biologisch abbaubare Putz- und Pflegemittel. In den Gärten – soweit vorhanden – dürfen weder Kunstdünger noch Pestizide verwendet werden.

EU-Blume LogoEuropäisches Umweltzeichen („EU-Blume“)
www.eco-label.com

Vergabe: 1992 entwickeltes Gütesiegel. Vergabe durch die Umweltkommission der Europäischen Union in über 20 verschiedenen Produktgruppen und Dienstleistungen. Die Firmen können sich bewerben und werden dann getestet. Das Siegel gilt für drei bis fünf Jahre und kann dann auf Antrag erneuert werden. Seit 2003 können sich auch Hotels, Pensionen oder Campingplätze zertifizieren lassen.

Kriterien: Bewertung nach Punktesystem, das verschiedene Maßnahmen erfasst – vom Einsatz erneuerbarer Energien (mindestens 22 Prozent), der Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs, Abfallvermeidung bis zur Einrichtung von Nichtraucherbereichen und zur Schulung von Mitarbeitern. Nur wenn die bewerteten touristischen Dienstleistungen in allen Kriterien »punkten«, erhalten sie das EU-Umweltzeichen. Hoher bürokratischer Aufwand, daher kaum vergeben.

Mehr zu Reise-Gütesiegeln hier.

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